Katrin Kersting │0163 2161183 │ moin@feinverwurzelt.de │ Grasberg, Niedersachsen

Vitamin D-Mangel im Röntgenbild erkennen – ist das realistisch?

Du stehst in einer Gruppe mit Kollegen, die du flüchtig kennst. Endlich ist Kaffeepause, dein ist schon gut gefüllt von all‘ den Infos auf dieser Fortbildung. Aber ist da wirklich was dran, was der Kollege sagt? Dass man einen Vitamin D Mangel anhand eines Röntgenbildes erkennen kann?

Was zeigt das Röntgenbild bei einem Vitamin D Mangel wirklich?

Hinter der Aussage steckt tatsächlich eine Studie, die überprüft hat, ob man einen Vitamin D Mangel im Röntgenbild erkennen kann. Genauer gesagt haben sich die Forschenden um D’Ortenzio et al. 2018 der Frage gewidmet, ob anhand der Form des Pulpenhorns im Röntgenbild erkannt werden kann, ob der Patient einen Vitamin D Mangel hatte.

Die Erkenntnis: Gibt es Unterschiede in der Breite der Pulpenhörner und im Verhältnis der Höhe der Pulpenhörner, lag ein schwerer Vitamin D-Mangel vor im Vergleich dazu, wenn die Pulpenhörner schön gleichmäßig sind. Ein asymmetrisches Pulpenhorn kann ein Hinweis im Röntgenbild auf einen Vitamin D Mangel sein.

Abbildungen 3 und 4 aus der Studie von D’Ortenzio L, Ribot I, Kahlon B, Bertrand B, Bocaege E, Raguin E, Schattmann A, Brickley M, The rachitic tooth: The use of radiographs as a screening technique. Int. Journal of Paleopathology, 2018, 32-42. https://doi.org/10.1016/j.ijpp.2017.10.001

Neuer Alltag: Vitamin D Mangel anhand des Röntgenbildes diagnostizieren?

Vielleicht ist es dir aufgefallen: „Vitamin D Mangel hatte“, „lag ein schwerer Vitamin D Mangel vor“.

Die Form der Pulpenhörner im Röntgenbild zeigt nämlich die Vitamin D Werte aus der Vergangenheit.

Ganz genau gesagt, und darum ging es den Autoren der Studie auch, sieht man in den ungleichmäßigen Pulpenhörnern eine nicht normale Mineralisierung aufgrund eines Vitamin-D-Mangels in der Kindheit. Die Messungen an den 1., 2. und 3. Molaren im Ober- und Unterkiefer zeigen Auffälligkeiten, wenn jemand in der Kindheit Vitamin D Werte unter 12 ng/ml, also einen schweren Vitamin D-Mangel hatte und vielleicht sogar an Rachitis erkrankt war. Rachitis ist eine Kinderkrankheit mit Knochenverforrmungen mit ganz gruseligen Bildern. Wegen ihr gibt es die Vitamin D-Prophylaxe bei Kindern. Nur schade, dass die Prophylaxe irgendwann aufhört, denn „weiche Knochen“ gibt es auch bei Erwachsenen. Nennt sich dann Osteomalazie bis Osteoporose, aber ich schweife ab.

Klar ist: Die Pulpaform deines Patienten wird sich nicht spontan nach ein paar Monaten Vitamin D Mangel ändern. Und es ging den Forschenden auch nicht um deine Patienten, die morgen wieder bei dir auf dem Behandlungsstuhl sitzen. Es ging ihnen v.a. darum eine nicht invasive Möglichkeit zu haben, um Interpretation von Gesundheitsdaten aus vergangenen Gesellschaften besser vornehmen zu können.

Röntgenbilder wegen eines Vitamin D Mangels noch genauer unter die Lupe nehmen?

Du guckst dir nach diesem Beitrag das nächste Röntgenbild nochmal ganz genau an? Und erkennst tatsächlich asymmetrische Pulpenhörner? Dann sagt dir das für die aktuelle Behandlung genau eins:

Dein Patient hatte in der Wachstumsphase schon einen Vitamin D-Mangel und die Mineralisierung war wohl nicht die beste. Steht nun ein Knochenaufbau an oder die Diagnose Parodontitis steht schon im Raum, kann die Asymmetrie ein weiterer Hinweis sein, dass es bei diesem Patienten auf jeden Fall Sinn macht den Vitamin D-Wert zu analysieren. So stellst du alle Weichen zu deinen Gunsten. Bei guten Werten kann das Calcium und Magnesium folglich aus den Lebensmitteln durch Vitamin D wieder zum normalen Maß verstoffwechselt und auch wirklich gut in den Knochen eingebaut werden.

Ganz konkret heißt das: Eine Asymmetrie in der Form der Pulpenhörnern im Röntgenbild kann neben den offiziellen Risikogruppen für einen Vitamin D Mangel vom RKI und BfR einen weiteren Hinweis geben, dass dein Patient nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt ist. Ein Blick aufs Röntgenbild kann dir aber nicht sagen, ob er momentan in einem Vitamin D Mangel steckt und wie hoch der aktuelle Blutwert des Patienten ist. Diesen Ist-Wert brauchst du aber für eine individuelle Bedarfsberechnung, welche die effektivste Variante ist, um jemanden aus einem Vitamin D-Mangel zu befreien. Eine pauschale Dosierung bei einem individuellen Blutwert kann das nicht.

Wenn du dich nun fragst, was denn ein guter Vitamin D-Wert ist, dann schau‘ dir meine Tabelle an, in der ich vielzählige wissenschaftliche Erkenntnisse über die Zahnmedizin hinaus für dich zusammengetragen hat. Du bekommst sie für 0 €, nachdem du dich mit deiner eMail-Adresse für meinen Onlinekurs „Vitamin D in der Zahnmedizin“ eingetragen hast.

Die besagte Studie findest du hier: D’Ortenzio L, Ribot I, Kahlon B, Bertrand B, Bocaege E, Raguin E, Schattmann A, Brickley M, The rachitic tooth: The use of radiographs as a screening technique. Int. Journal of Paleopathology, 2018, 32-42. https://doi.org/10.1016/j.ijpp.2017.10.001

Katrin Kersting steckt hinter dem Unternehmen fein verwurzelt

Moin, ich bin Katrin!

Ich zeige Zahnarztpraxen, wie sie Ernährung in ihre Behandlung integrieren können – so beschreibe ich meinen Job zumindest meinen Freunden.

Genauer gesagt bin ich Ökotrophologin, Referentin und Autorin mit dem Schwerpunkt Mikronährstoffe in der Implantologie und Parodontologie.

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