Katrin Kersting │0163 2161183 │ moin@feinverwurzelt.de │ Grasberg, Niedersachsen

Vitamin D Überversorgung in der Zahnmedizin – eine echte Gefahr für Parodontitis und Implantate?

Sobald du dich digital zu Vitamin D informierst, wirst du über sie stolpern: Die Vitamin D Überversorgung. Wir sagen hier bewusst Überversorgung und nicht Vergiftung, okay? Vergiftung klingt immer wieder im Märchen mit einem Tropfen Gift im Glas und wer das trinkt fällt tot um. Werfen wir einen realistischen Blick auf die Überversorgung mit Vitamin D in der Zahnmedizin.

Die Vitamin D Überversorgung wirkt für viele erstmal wie der Tropfen Gift im Märchen

Was ist der Auslöser?

Eine zu hohe Supplementierung, das ist ganz klar, denn Vitamin D ist eine fettlösliche Substanz, die der Körper speichern kann. Was nicht klar ist: Was ist denn „zu hoch“?

Wie wird eine Vitamin D Überversorgung diagnostiziert?

In Deutschland sprechen wir von einer Vitamin D Überversorgung ab Serumwerten von 150 ng/ml, manchmal auch schon ab Werten von 100 ng/ml. Eine Überversorgung mit Vitamin D resultiert in einem erhöhten Risiko für eine Überversorgung mit Calcium. Und mit zu viel Calcium im Blut kann der Körper nicht umgehen. Es lagert sich in unseren Gefäßen oder auch in den Nieren ab. Hier bilden sich längerfristig Nierensteine, welche im schlimmsten Fall zum Tod führen können. Klingt ja doch wie der Gifttropfen aus dem Märchen, nur ein bisschen langsamer.

Symbolisch sieht man einen giftigen Apfel für die Metapher zur Vitamin D Überversorgung

Konkrete Dosierungen, die zur Überversorgung mit Vitamin D führen können

Wir wissen also ab welchen Blutwerten wir von einer Überversorgung sprechen. Aber wie hoch muss nun die Supplementdosis sein um in diese Überversorgung zu kommen? Das ist je nach Stoffwechseltyp immer noch etwas unterschiedlich.

Symptome einer Vitamin D Überversorgung können auch schonmal bei einer täglichen Einnahme von 2.000IE auftreten. Das hießt aber nicht, dass dieser Mensch sofort vergiftet ist, sondern dass ihm die Cofaktoren von Vitamin D fehlen, um mit der Dosierung umzugehen. Es zeigen sich Symptome wie Kopfschmerzen, Hautausschlag, Schwindel oder auch Übelkeit. Diese sind in der Regel bei der Kombination mit den wichtigsten Cofaktoren wieder Geschichte.

Die EFSA (europäische Lebensmittelaufsichtsbehörde) gibt eine Höchstaufnahmemenge von 4000 IE Vitamin D pro Tag an.

EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (NDA). Scientific Opinion on the Tolerable Upper Intake Level of vitamin D. EFSA Journal, 2012, 10, 7, 2813, 1-45.

Die Höchstaufnahmemenge (UL, tolerable upper intake level) gibt dabei an, wie viel von einem Nährwert aufgenommen werden kann, ohne, dass nachteilige Effekte für den Großteil der Bevölkerung zu erwarten sind. Das heißt aber nicht, dass wir hier von einer Dosierung sprechen, die zur Überversorgung führt.

Zur Vitamin D-‚Vergiftung‘ und Supplementierungshöhen hat die NAM (National Academy of Medicine, früher Institute of Medicine (IOM)) was veröffentlicht:

Dosen unter 10.000 IE pro Tag seien in der Regel nicht mit Vergiftungssituationen verbunden, Dosen über 50.000 IE pro Tag über mehrere Wochen oder Monate hinweg schon. Es gibt in diesem Bereich nur wenig Langzeitstudien, die untersucht haben, was passiert, wenn dauerhaft Dosen über 10.000 IE Vitamin D pro Tag aufgenommen oder die Werte dauerhaft über 100 ng/ml gehalten werden. Die NAM kommt zum Schluss, dass es unwahrscheinlich ist sich mit Vitamin D zu viel zu versorgen, wenn weniger als 10.000 IE Pro Tag eingenommen werden.

The National Academies Press. Dietary Reference Intakes for Calcium and Vitamin D. National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine, 2011.

Andere Quellen gehen noch einen Schritt weiter und beschrieben, dass Überversorgungen mit Vitamin D erst ab täglichen Dosen von 40.000 IE bis 100.000 IE Vitamin D pro Tag über einen längeren Zeitraum auftreten.

Özkan B, Hatun S, Bereket A. Vitamin D intoxication. The Turkish Journal of Pediatrics, 2012, 54, 93-98. Biesalski HK, Bischoff SC, Pirlich M, Weimann A. Ernährungsmedizin. Georg Thieme Verlag 2018. Kapitel 9, Seite 173-178.

Erfahrung einer Vitamin D-Expertin

Als Referentin zu Mikronährstoffen in der dentalen Branche bin ich die Sammelstelle vieler Erfahrungen von verschiedensten Zahnarztpraxen in diesem Bereich. Das betrifft auch die Erfahrungen und Fragen zur Vitamin D Überversorgung.

In einer Runde meines Onlinekurses „Vitamin D in der Zahnmedizin“ berichtete eine Zahnärztin beispielsweise aufgeregt davon, dass sie nun ihre erste ‚Vergiftung‘ getestet habe. Die Frau nehme 20.000 IE Vitamin D pro Tag und habe einen Wert von 170 ng/ml. Ihr geht es soweit gut, sie habe angefangen Vitamin D in dieser Dosierung (ohne Cofaktoren) zu sich zu nehmen, als sie schwanger geworden ist. Die Frau ist inzwischen 3-fache Mutter.

Dies ist wieder ein Beispiel dafür, dass eine Überversorgung mit Vitamin D Zeit braucht und nicht wie der Gifttropfen im Märchenglas wirkt. Mit einer kurzfristigen Auffüllphase von bspw. 20.000 IE Vitamin D pro Tag über 4 Wochen ist eine Überversorgung sehr unwahrscheinlich. Zudem arbeitet man ja auch ausschließlich mit solchen Dosierungen, wenn man regelmäßig testet, die Cofaktoren am Ball sind und man schon die ersten Erfahrungen gesammelt hat, oder?

Katrin Kersting ist vitamin D-Expertin und kennt sich demnach auch gut mit der Lage der Vitamin D Überversorgung aus

Relevanz der Überversorgung mit Vitamin D für die zahnmedizinische Praxis

Solltest du grade anfangen dich mit Vitamin D in der Zahnmedizin zu beschäftigen und auf die ‚Vergiftung‘ gestoßen sein, dann lass‘ mich dir bitte eins sagen: Wir haben in Deutschland ein viel größeres Problem mit dem Vitamin D-Mangel als mit der Vitamin D Überversorgung. Wir sprechen hier von einer flächendeckenden Mangelsituation im Vergleich zu Einzelfällen. Welches davon bedarf mehr deiner Aufmerksamkeit? Das darfst du vor allem auch nochmal mit dem Hintergrund betrachten, was Vitamin D bei einer Parodontitis oder bei Zahnimplantaten für eine Rolle einnimmt.

Wir haben in Deutschland das flächendeckende Problem des Vitamin D-Mangels und die Einzelfälle einer Vitamin D Überversorgung. Welcher Bereich bedarf mehr deiner Aufmerksamkeit?

Wenn du in beiden Bereichen dazu lernen möchtest und vor allem in die Umsetzung kommen willst, dann schau‘ dich auf meiner Webseite mal genauer nach meinem Buch und meinem Onlinekurs zu dem Thema um. Dort findest du Antworten auf deine Fragen.

Katrin Kersting steckt hinter dem Unternehmen fein verwurzelt

Moin, ich bin Katrin!

Ich zeige Zahnarztpraxen, wie sie Ernährung in ihre Behandlung integrieren können – so beschreibe ich meinen Job zumindest meinen Freunden.

Genauer gesagt bin ich Ökotrophologin, Referentin und Autorin mit dem Schwerpunkt Mikronährstoffe in der Implantologie und Parodontologie.

Und du scheinst genauso interessiert an Mikronährstoffen zu sein wie ich – wie schön!

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